
RealismusStudio
Der Ausstellungstitel Der Blinde Fleck, der im eigentlichen Sinne ein rein optisches Phänomen beschreibt, diente bei den Recherchen als metaphorisches Vehikel, um die Mechanismen und Bedeutungen des Vergessens, der Ausblendung und des Verdrängens in individuellen, sowie in gesellschaftspolitischen Lebenszusammenhängen assoziativ ausloten zu können. Versammelt sind zeitgenössische Positionen von Künstlern und Künstlerinnen, die sich in ihrer Recherche, Forschung und kritischen Auseinandersetzung exemplarisch den philosophischen, gesell-schaftspolitischen und individualpsychologischen Dimensionen dieses Themas nähern.
Klaus Weber, Jin Lie, Albrecht Schäfer, Hito Steyerl, Ilka Meyer, Hörner/Antlfinger, Sarah Vanagt, Mathias Jud / Christoph Wachter, Nina Fischer / Maroan el Sani, Richard Schütz, Kriss Salmanis / Daiga Kruze
Aktuelle Debatten um Erinnerungs- und Gedächtnispolitik schließen Aspekte von Verdrängung und Vergessen ein, denn Erinnern und Vergessen bilden ein dialektisches Paar; es handelt sich um zwei Seiten ein und derselben Medaille. Fragen nach dem gesellschaftlichen Umgang mit kollektiven Traumata und der Bedeutung von Ausblendungen in gesellschaftlichen Systemen, soll im Kontext der Ausstellung ebenso nachgegangen werden, wie den Methoden und Erinnerungspraxen des Einzelnen und der damit verbundenen Identitätskonstruktion.
Reflektiert wird hierbei auch, wie etwa das menschliche Gedächtnis biologisch funktioniert oder warum dem Vergessen oft eher negative Eigenschaften zugeschrieben werden. Eine der zentralen Fragestellungen beschäftigt sich mit künstlich erzeugten kollektiven Amnesien, die jedoch nicht nur die Geschehnisse in der kommunistischen Ära der ehemaligen Ostblock-Länder betreffen.
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Der gleichnamige Katalog zur Ausstellung enthält neben einer thematischen Einführung der Kuratorinnen Lith Bahlmann und Anke Hoffmann, umfangreiches Text- und Bildmaterial zu den präsentierten künstlerischen Arbeiten, ergänzt durch Essays des Kulturhistorikers Max Glauner, der lettischen Kunstwissenschaftlerin Mara Traumane, der Medizinerin und Literaturwissenschaftlerin Yvonne Wübben und des Filmwissenschaftlers Matthias Wittmann.
ISBN: 978-3-938515-20-4, dt./engl.
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Organisiert und kuratiert vom RealismusStudio der NGBK:
Friederike Anders, Lith Bahlmann, Anke Hoffmann, Christin Lahr, Mara Traumane, Frank Wagner und Susanne Weiß
Mit freundlicher Unterstützung von:
/ Andrew Kreps Gallery / Herald St, London