neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Seit 2018 werden jährlich zwei Stipendien an in Istanbul lebende Künstler_innen vergeben. Das bestehende Istanbul-Stipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Europa wurde zu einem echten Austausch erweitert, indem jährlich zwei Künstler_innen aus Istanbul von einer Jury ausgewählt und nach Berlin entsandt werden und umgekehrt. Damit sollen die Beziehungen zwischen den Partnerstädten Berlin und Istanbul  und die Verbindung zur türkischen Kunstszene weiter gestärkt werden. Dies folgt der Überzeugung, dass internationaler Austausch und unmittelbare Kommunikation kulturelle Vielfalt als Bereicherung erlebbar werden lassen und zum Perspektivenwechsel einladen.
Das Stipendium wird im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Kunstverein neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und dem ZK/U (2018-bis Mitte 2021), seit Juni 2021 mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, in Berlin sowie dem DEPO in Istanbul ermöglicht.

 

İrem Sözen 
15. Januar–15. Juni 2022



İrem Sözen arbeitet mit eigenen und archivalischen fotografischen Bildern. Fotografie ist für sie eine Sprache, die der Literatur nahe kommt - betrachtet man ihr Potenzial, Bedeutung zu vermitteln und ihre Vielfalt. Sözen setzt Fotografien ähnlich wie Wörter und Sätze zu einem Text zusammen. Dabei dienen ihr die Bilder als Fragmente, die sie zu einer einzigen Erzählung verwebt, zu einem Gefühl, das aus Erfahrungen verschiedener Zeiten und Orte entsteht. Seit Langem setzt sie sich auch mit Bildern in Bezug auf die Sinne und Sprache auseinander, wobei die scheinbar stillen Welten der Tiere und Pflanzen für sie sehr anziehend sind, weil sie Bedeutung und Sinn erzeugen können, ohne Worte zu benutzen. Ihre Bildessays veröffentlicht sie in Buchform, meist im Rahmen unabhängiger und kollektiver Publikationsvorhaben.
In Berlin wird Sözen ihr 2016 begonnenes Projekt mit Fotografien aus dem Botanischen Garten und dem Berliner Zoo fortsetzen, in dem sie sich auf die Beziehungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen, die Geschichte dieser Beziehungen und die nonverbale Bedeutungsgebung konzentriert. Wie nehmen wir andere Spezies wahr? Wie setzen wir uns zu ihnen und zu ihren subjektiven phänomenalen Welten, die nie ganz verstanden werden können, in Beziehung?

İrem Sözen wurde 1984 in Istanbul geboren. Sie studierte Ingenieurwesen in Istanbul und Mailand. Seit 2005 beschäftigt sie sich mit Fotografie und der Kunst des Buchbindens. Ihre Arbeiten zeigte sie in zahlreichen Ausstellungen und auf Foto-Festivals, darunter ihre Einzelausstellung »turnaround« im Operation Room Gallery, Istanbul (2015) sowie Gruppenausstellungen wie »Personal Mythologies«, Cork Photo Festival, Irland (2015), »Animals’ Side«, Mixer Gallery, Istanbul (2017), »L’oeil et la nuit«, ICI: Institut des cultures d’Islam, Paris (2019), »The Female Side of The Moon«, Galerie Z22, Berlin (2021) und »Sound is the silence of the image«, Fabrikraum, Wien (2021). http://www.iremsozen.com/


İz Öztat
15. Juli–15. Dezember 2022

 

Das Stipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Europa wird im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Kunstverein neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) und dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin sowie dem DEPO in Istanbul ermöglicht.