neue Gesellschaft
für bildende Kunst


Barış Seyitvan © Orhan Cem Çetin

Das von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa ausgeschriebene Stipendium geht in diesem Jahr an den kurdischen Künstler und freien Kurator Barış Seyitvan. Das einjährige Stipendium für Kunst-, Medien- und Kulturschaffende soll ihm eine eigenständige künstlerische Tätigkeit in Zusammenarbeit mit der nGbK ermöglichen.
Für das Förderjahr 2022 lagen insgesamt 32 Anträge vor, von denen insgesamt 12 Fellowships im Rahmen des Programms Weltoffenes Berlin ausgewählt wurden. Der Jury gehörten Lisa Benjes, Can Sungu und Nora Al-Badri an.

Der Künstler Barış Seyitvan zog 2019 aus der Türkei nach Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist sein künstlerisch-kuratorisches Thema, an dem er derzeit arbeitet, Migration. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen Forschung liegt auf den kulturellen Milieus, die von Künstler_innen im Exil geschaffen werden. Er untersucht dabei, welche entscheidende Rolle diese für die Herausbildung neuer Ideen in den jeweiligen Kulturgeschichten spielen.

Ziel seines Stipendiums ist es, sein neuestes Projekt weiter zu entwickeln: Für Mapping Artists in Exile from the Middle East wird er sich auf die Kartierung der Künstler_innen konzentrieren, die aus dem Iran, Irak, Syrien und der Türkei in verschiedene Länder auf der ganzen Welt, vor allem Europa und Nordamerika, migrieren mussten. Mit der Unterstützung der nGbK wird es möglich sein, Gespräche mit den Künstler_innen digital zu führen, die dann online archiviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Barış Seyitvan (*1982, Diyarbakır/Turkei) nahm 2020 als Künstler an den Ausstellungen The Heirs, sowie an So Near Yet So Far in der Villa Waldberta in München teil. Über das Programm Artists At Risk hat er 2019 eine Residency am ZKM/Center for Art and Media Karlsruhe/Deutschland und im Anschluss in Suomenlinna in Helsinki/Finnland absolviert.
Auch hat er zahlreiche Ausstellungen kuratiert, darunter zuletzt 2021 The Immunity in der Galerie der Künstler*innen in München, sowie im gleichen Jahr The Cure in der Galerie Hinterland in Wien. Ebenso zwei Ausgaben der internationalen Istanbuler Kunstmesse TÜYAP (2017, 2018); die Fotoausstellung ÊZÎDXAN in der Galerie Hinterland in Wien/Österreich; Woman and Diyarbakır Prison im Museum Coordination Center of Diyarbakır/Türkei; Kurdistan International Art Meeting in der Amed Art Gallery, Diyarbakır/Türkei; Drawing From Memory of Anfal / Kurdish Genocide in der Amed Art Gallery, Diyarbakır/Türkei und Here as the Centre of the World, 2007 vom Niederländischen Kunstinstitut (DAI) organisiert und in sechs verschiedenen Städten (Beirut, Damaskus, Enschede, Khartoum, Diyarbakır und Taipeh) gezeigt.

Das Stipendium bei der nGbK wird ihm ermöglichen, seine künstlerisch-kuratorische Arbeit im Rahmen und in der Struktur der nGbK fortzusetzen. Ziel des Fellowships ist es, die Künstler_innen aus Krisenregionen in die kulturellen Strukturen Berlins so einzubinden, dass sich ihnen eine langfristige Perspektive eröffnet.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin