neue Gesellschaft
für bildende Kunst

13Samstag, 13. Oktober 2018, 18.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung
16Freitag, 16. November 2018, 19.30 Uhr
Gespräch: Talk: »Urbane Kulturen«
Ausstellung

Ausstellung: KREISE ZIEHEN 2

Großsiedlungen und die Produktion von Bildern ihrer selbst
Sonntag, 14. Oktober 2018 — Samstag, 17. November 2018

KREISE ZIEHEN 2

Adresse: station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin (Eingang Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e.V.)
Geöffnet:Do-Sa 15-19 Uhr
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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KREISE ZIEHEN 2

Die bildenden Künste sowie die künstlerisch informierte Stadtforschung bewegen sich im Feld der ›urban cultures‹ verstärkt aufeinander zu. Urbanität und gebauter Raum werden auch durch Kunst und Kultur erkundet, erlebt und erzählt.

Ein Feld der Auseinandersetzung der letzten Jahre sind Großsiedlungen der 1960er bis 1990er Jahre. Sie haben Dimensionen, die der Größe einer Kleinstadt entsprechen. Zentrale Funktionen einer Stadt wie etwa die Künste und das Kulturleben werden jedoch vorrangig im Zentrum verortet. Die Großsiedlungen bleiben deswegen vielen Menschen einer Stadt merkwürdig fremd.
Es braucht neue Narrative und Bilder, um die scheinbare Homogenität von Großsiedlungen zu hinterfragen und Widersprüchlichkeiten nachzuzeichnen.
Großsiedlungen sind miteinander vergleichbar – auch über Kontinente hinweg. Oft sind sie in konzentrischen Kreisen um die Kernstadt herum organisiert. Doch selbst innerhalb einer Stadt haben die Großsiedlungen kaum Kontakt miteinander.
 
Das Ausstellungsprojekt KREISE ZIEHEN in Berlin-Hellersdorf schlägt Brücken innerhalb und auch jenseits der Stadtgrenzen mit Partnersiedlungen. Wie entstehen Stereotypen von Orten, wie werden sie von außen gesetzt und von innen angenommen und weitergeführt? Wie können Bilder in der Peripherie entstehen, die nicht von außen ein ›Image‹ überstülpen, sondern von den Bewohner_innen mit Eigensinn erarbeitet wurden? Der Kunst soll hier eine besondere Bedeutung zukommen, da sie über Strategien der Bildererzählung und des Bildwissens verfügt. Zunehmend verlässt sie ihre bisherige Komfortzone durch gemeinschaftsorientierte Forschung und Produktion und zieht weitere Kreise in der Stadtgesellschaft.


KREISE ZIEHEN - Teil 2

Renaud Epstein (FR)

Stadtteilforum IDEE 01239 (DE, Dresden-Prohlis)
mit Ulf Aminde, Torsten Birne, Margit Czenki, Thilo Fröbel, Andreas Fohr, Eva Hertzsch und Adam Page, Matthew Houlding, Felix Liebig

Im zweiten Teil der Ausstellungsreihe werden die Bildsammlungen französischer Stadtrand-Großsiedlungen des Soziologen Renaud Epstein und künstlerische Arbeiten des von Anwohner_innen und Künstler_innen geführten Stadtteilforums IDEE 01239 in der Großsiedlung Dresden-Prohlis gezeigt.

Renaud Epstein besitzt ein umfangreiches Archiv an historischen Postkartenansichten französischer Stadtrand-Großsiedlungen, den sogenannten »Banlieues«. Im Kurznachrichtendienst Twitter sendet er unter dem Namen @renaud_epstein Tag für Tag einen dieser Schätze in alle Welt.
»Die Zirkulation dieser Bilder in den sozialen Netzwerken, in dem Moment, in dem man die Siedlungen aus dem urbanen Raum physisch ausradieren will, leistet Erinnerungsarbeit und führt eine historische Perspektive in die ständig wiederkehrenden Debatten über die Quartiere ein – Quartiere, die man oft zu Unrecht als ›Ghettos‹ präsentiert.« (R. Epstein)
Nun wird ein Teil der Sammlung Epsteins erstmals außerhalb des Internets präsentiert. Ausgestellt in der station urbaner kulturen lädt sie dazu ein, Hellersdorf in einem internationalen Zusammenhang zu denken.
 
Im Jahr 2006 gründeten Anwohner_innen gemeinsam mit den Künstler_innen Eva Hertzsch und Adam Page in einem ehemaligen Getränkeladen der am Stadtrand gelegenen Großsiedlung Dresden-Prohlis den Verein IDEE 01239. Unter der Bezeichnung »Stadtteilforum« gestaltete der Verein Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen, Workshops und Interventionen im öffentlichen Raum. Die Beteiligten schafften damit ihre eigenen Produktionsbedingungen und ein gemeinsames Arbeitsmodell als Alternative zum Regelwerk des zweiten Arbeitsmarktes der Agenda 2010. Gemeinsame Motivation waren die Bearbeitung der eigenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prekarität und die Schaffung neuer Räume, jenseits der durch Stadtmarketing und fortschreitender Kommerzialisierung besetzten Innenstadt.
Der Rückblick auf den Verein IDEE 01239 und seine Beschäftigung mit der Produktion von Bildern aus der Peripherie öffnet einen Raum der Reflexion zur Rolle der Kunst in der Gesellschaft und zur Aufgabe der nGbK in Hellersdorf.

 

initiative urbane kulturen:
Feben Amara, Jochen Becker, Christian Hanussek, Eva Hertzsch, Adam Page

Kuratorische Unterstützung: Oliver Pohlisch, Birgit Schlieps

Unterstützt von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Amt für Weiterbildung und Kultur Marzahn-Hellersdorf

Publikation

  
ISBN:

Weitere Termine

13Samstag, 13. Oktober 2018, 18.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung
16Freitag, 16. November 2018, 19.30 Uhr
Gespräch: Talk: »Urbane Kulturen«