neue Gesellschaft
für bildende Kunst

27Donnerstag, 27. September 2018, 19.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung: Sven Johne, Mio Okido
10Samstag, 10. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: 60 Jahre Kunst im Untergrund
15Donnerstag, 15. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: Stadt zwischen Mitte und Pampa
16Freitag, 16. November 2018, 20.00 Uhr
Gespräch: Panel: Urbane Kulturen
17Samstag, 17. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: Kunst, Hegemonie und Spaltung
29Donnerstag, 29. November 2018, 20.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung: Katharina Sieverding
Künstler_innengespräch

Künstler_innengespräch: Neues Deutschland - Sven Johne, 2014/2018

Donnerstag, 04. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Neues Deutschland - Sven Johne, 2014/2018

Adresse: station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin (Eingang Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e.V.)
Geöffnet:
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Neues Deutschland - Sven Johne, 2014/2018

Parallel zur Arbeit am Alexanderplatz präsentiert der selbst in einer ›Platte‹ in Sassnitz auf Rügen großgewordene Künstler in Hellersdorf eine Kontextualisierung seiner Arbeit, bestehend aus einer Wand- und einer Videoarbeit. In direkter Nachbarschaft zur station urbaner kulturen wird demnächst ein Neubau mit 150 Wohnungen entstehen.

Die Installation »Neues Deutschland« (2014/18) besteht aus einer Collage originaler Zeitungen der DDR u.a. zu den Themen Bauen und Wohnpolitik. Wie eine Tapete bedeckt sie zwei Wände des Plattenbaus, in der die station ihr Zuhause gefunden hat. Die Fotokopien der originalen Beiträge mit Schlagzeilen und Titelbildern korrespondieren mit den acht journalistischen Fotografien, welche Johne aus dem DDR-Fotobestand entnommen und als Poster der Serie »Schöne sonnige Neubauwohnungen« mit Zeichen der aktuellen Wohnungswirtschaft kontrastiert.
 
Neben Fragen der Wohnraumversorgung ist die ›Platte‹ als Symbol der untergegangenen DDR immer auch mit der sozialen Frage konfrontiert. Johne‘s hinzugestellte Videoarbeit ›Tears of the Eyewitness‹ (Tränen des Augenzeugen) von 2009 zeigt eine Studio-Situation als »Aufbau einer Erinnerung«. Für eine TV-Aufnahme über den Zusammenbruch des sozialistischen Systems in Ostdeutschland im Jahr 1989 wird ein ›emotionaler Füller‹ benötigt. Vor Beginn der Dreharbeiten macht sich ein Interviewer/Motivationstrainer mit amerikanischem Akzent daran, den Akteur/Schauspieler auf seine Rolle einzustimmen. Zu diesem Zweck berichtet er über die Herbst-Ereignisse in Leipzig vor dem Zusammenbruch der DDR in einer Mischung aus ikonografischen Momenten und weniger bekannten Details.

So wird an den Moment erinnert, als zum ersten Mal »Wir sind das Volk« gerufen wurde – ein Schlachtruf, den sich zur Zeit eine völkische Front aus AfD, Pegida und extremen Rechten für ihre Konter-Revolution kapern möchte. Johnes Arbeit an der Grenze zwischen Dramatik und falschem Pathos zeigt, wie der Widerstand in Leipzig für eine Geschichts-Klitterung herhalten muss, die »Deutsche Einheit« genannt wird. Die ›Tränen des Augenzeugen‹ brechen am Ende auf Befehl aus: Weil es sich so gehört, oder weil doch noch Reste alter Erinnerungen wirkmächtig sind?

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Weitere Termine

27Donnerstag, 27. September 2018, 19.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung: Sven Johne, Mio Okido
10Samstag, 10. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: 60 Jahre Kunst im Untergrund
15Donnerstag, 15. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: Stadt zwischen Mitte und Pampa
16Freitag, 16. November 2018, 20.00 Uhr
Gespräch: Panel: Urbane Kulturen
17Samstag, 17. November 2018, 19.00 Uhr
Gespräch: Panel: Kunst, Hegemonie und Spaltung
29Donnerstag, 29. November 2018, 20.00 Uhr
Eröffnung: Opening: Ausstellung: Katharina Sieverding