neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Film screening

Film screening: »Gldani: Historie, Stadtplanung und Überformung« von Tinatin Gurgenidze

Sonntag, 16. Juni 2019, 16.00 Uhr

»Gldani: Historie, Stadtplanung und Überformung« von Tinatin Gurgenidze

Adresse: Brachfläche am U-Bhf Cottbusser Platz (U5), Maxie-Wander-Straße/Ecke Carola-Neher-Straße, 12619 Berlin
Geöffnet:
Sprache(n): Deutsch
Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
save date

»Gldani: Historie, Stadtplanung und Überformung« von Tinatin Gurgenidze

Filmscreening und Vortrag von Tinatin Gurgenidze

Die Siedlung Gldani befindet sich in der nord-westlichen Peripherie von Tiflis (Georgien) und wurde zwischen den 1970- und 80er Jahren erbaut. Ursprünglich für 147.000 Einwohner geplant, leben derzeit ca. 170.000 Menschen dort. Die Siedlung ist durch eine infrastrukturelle Achse geteilt und sogenannte »Mikrorajons« befinden sich auf beiden Seiten. Die Mikrorajons oder »Mikro-Quartiere« waren eine der fundamentalen Planungseinheiten in den UdSSR, die aus Wohnblöcken für 5.000 bis zu 10.000 Einwohner_innen bestanden - jede mit erforderlichen Einrichtungen ausgestattet: Kindergärten, Schulen, Lebensmittelgeschäfte sowie einige öffentliche Institutionen, wie ein Kino oder eine Bibliothek. 

Nach dem Ende der Sowjetzeit begannen die Bewohner_innen ihre Wohnungen mit Vorbauten, den berühmten »Kamikaze Loggias«, zu erweitern. Die Freiflächen zwischen den Wohnblocks wurden mit zahllosen, unkonventionell gebauten Garagen geschlossen.

Im Zuge der georgischen Immobilienprivatisierung überschrieb der Staat - gegen eine Verwaltungsgebühr - die Wohnungen als Eigentum. Auch die Flächen jenseits der Haus- und Wohnungstüren gehörten nun den Hausgemeinschaften, doch resultierten daraus zahlreiche Konflikte um Besitzansprüche und Zuständigkeiten für Reparaturen und Infrastruktur. Gleichzeitig hat sich in Gldani eine Mikroökonomie ausgebreitet, die vielen Bewohner_innen das Überleben sichert und den öffentlichen Raum mit intensivem sozialen Austausch belebt: Die Umbauten und Erweiterungen dienten fortan als Läden, Werkstätten, Kneipen und Treffpunkte.

Publikation

  
ISBN:

Weitere Termine