neue Gesellschaft
für bildende Kunst

Workshop

Workshop: (3 parallel) zur Bestandsaufnahme

Samstag, 15. Februar 2020, 14.00 Uhr – 17.00 Uhr

Adresse: nGbK, Oranienstraße 25, 10999 Berlin
Geöffnet:
Sprache(n): 
  • Deutsch
  • Englisch
  • Flüsterübersetzung

Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Um Anmeldung bis zum 5. Februar wird gebeten. Bei Bedarf für Flüsterübersetzung bitte Sprache angeben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Zu Beginn: Begrüßung

 

Die Workshops laufen parallel:

1)
»Who the fuck is Pears? Oder: Wem gehört eigentlich mein Haus?« (de*)

mit Kollektiv Syndikat
Die Kiezkneipe Syndikat im Neuköllner Schillerkiez existiert seit 1985 in kollektiver Selbstverwaltung und ist akut in ihrer Existenz bedroht. Nach der Kündigung im Sommer 2018 machten sich Aktive und Unterstützer_innen auf die Suche nach der_m wahren Eigentümer_in hinter der luxemburgischen Briefkastenfirma, der das Haus in der Weisestraße 56 offiziell gehört. Sie stießen auf ein riesiges Netzwerk von mehreren Dutzend Briefkastenfirmen, aber auch auf den Nutznießer dieses Konstrukts: Pears Global, ein bislang unentdeckter Big-Player auf dem Berliner Immobilienmarkt.
Nach einer Übersicht über Wesen und Problematik solcher Konstrukte sowie der zunehmenden Finanzialisierung des Wohnungsmarktes, soll am Beispiel der Syndikat-Recherche praktisch gezeigt werden, wie Mieter_innen selbst Recherchen zu ihren Eigentümer_innen anstellen können.


2)
»Rassismus und Ausschluss in Alltagsstrukturen« (fr/de)

mit Corasol  und Solidarity City Berlin
Corasol ist eine Gruppe von Menschen mit und ohne Aufenthaltsstatus, mit und ohne Flucht-/ Migrationserfahrung, die seit 2009 durch strukturell-politische Arbeit und gegenseitige Unterstützung versuchen, gegen Rassismus und weiße Dominanz in der Gesellschaft anzukämpfen. Solidarity City Berlin existiert als Bündnis seit Ende 2015 und setzt sich dafür ein, dass alle in Berlin lebenden Menschen gleichermaßen an der Stadt teilhaben können – und zwar unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Das Bündnis arbeitet vor allem im Bereich der Gesundheitsversorgung und des Schulzugangs, wo Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus de facto fast völlig ausgeschlossen werden.
Der Workshop besteht aus Inputs der beiden Gruppen und geht der Frage nach, wie es um die Beziehung zwischen strukturellem Rassismus und dem Zugang zu Wohnraum, aber auch dem öffentlichen Raum steht. Welche Formen der Unterstützung gibt es, um rassistischer Gewalt und Formen der Repression entgegenzuwirken? Wie lassen sich Ausschlüsse abwenden?


3)
»Stadt für alle – Lause für Alle!« (de*)

mit Lause Lebt e.V.
Die Mieter_innen der Lausitzer Straße 10 und 11 sind eine über Jahrzehnte gewachsene Hausgemeinschaft aus politischen und künstlerischen Initiativen, NGOs, Handwerker_innen, Familien und Wohngemeinschaften. In der Frage nach der »Stadt für alle« steht die Lause exemplarisch für Berlins Heterogenität. 2016 wurde bekannt, dass die Gebäude der Tækker Group für 20 Millionen Euro – mit einer 800%igen Steigerung des Preises, den Tækker der Stadt unter Regierung des Rot-Roten Senats 2007 zahlte – verkauft werden sollten. Seither wehren sich die Mieter_innen gegen ihre Verdrängung. Kreuzberg is not for sale!
Im Workshop teilen Vertreter_innen des Lause Lebt e.V. ihre Erfahrung und Strategien für eine »Stadt für Alle«. Im ersten Teil geht es um die politische Schieflage und die Frage, wie interne Konflikte konstruktiv ausgetragen werden können und basisdemokratische Organisierung funktioniert. Darauf folgt ein partizipativer künstlerischer Teil: Was sind eure Erfahrungen und Ideen? Wie können wir uns die Lause und die Stadt zu eigen machen?


Zum Abschluss: Diskussion

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