neue Gesellschaft
für bildende Kunst

1Dienstag, 01 Dezember 2020Dienstag, 01. Dezember 2020
Besuch: Visit: station urbaner kulturen und Archiv
1Montag, 01 Februar 2021Montag, 01. Februar 2021
Forschung: Research project: Die Pampa lebt
27Freitag, 27 August 2021Freitag, 27. August 2021, 18:00 Uhr – 21:00 Uhr
Soft Opening: Soft Opening: Ausstellung »Gemeinsame Räume offenhalten«
18Samstag, 18 September 2021Samstag, 18. September 2021, 16:00 Uhr – 20:00 Uhr
Soft Opening: Soft Opening: Ausstellung
19Sonntag, 19 September 2021Sonntag, 19. September 2021, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Ausstellung: Exhibition: geöffnet zur Berlin Art Week
Ausstellung

Ausstellung: »Neues Deutschland« mit Akinbode Akinbiyi und Elske Rosenfeld

Sonntag, 19. September 2021 — Samstag, 04. Dezember 2021

»Neues Deutschland« mit Akinbode Akinbiyi und Elske Rosenfeld

Adresse: station urbaner kulturen, Auerbacher Ring 41, 12619 Berlin (Eingang Kastanienboulevard, neben Lebenshilfe e.V.)
Geöffnet:Do+Sa 15-19 Uhr
Sprache(n): 
  • Deutsch
  • Englisch

Eintritt: frei
Veranstalter_in: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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»Neues Deutschland« mit Akinbode Akinbiyi und Elske Rosenfeld

Die Ausstellung ist am Samstag, 20. November 2021 geschlossen.

Die Künstler_innen Akinbode Akinbiyi und Elske Rosenfeld beschäftigen sich in der Ausstellung mit Perspektiven aus und auf Deutschland, sowie mit Bildern der Beheimatung, die das heutige Deutschland prägen.

Der Ausstellungstitel »Neues Deutschland« stellt gelebten Alltag am Ausstellungsort in Hellersdorf dar: Die von Dynamiken und Zwängen gezeichnete Bewegung  hin zur »wiedervereinigten« Bundesrepublik und die Internationalisierung durch Neuzugezogene, treffen am Stadtrand auf eine ganz andere Art und Weise zu, wie es zum Beispiel in der Mitte Berlins der Fall ist.
Zudem ist der Titel ein Verweis auf das (post)stalinistische »Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands« (SED), welches als parteinahe Zeitung Der Linken bis heute existiert. Der programmatische Name Neues Deutschland (ND) geht hingegen auf die damalige Bestrebung deutscher Kommunist_innen zurück, ein antifaschistisches und sozialistisches, also ein anderes Deutschland aufzubauen. Das ND steht in der Nachfolge einer Exil-Zeitung, welche 1942/43 als Alemania Libre (Freies Deutschland) und ab Januar 1945 als Nueva Alemania (Neues Deutschland) in Mexiko erschienen ist. Auf diese Weise verbindet die Ausstellung eine historische Freilegung mit der Frage, welche sozialen Perspektiven in heutigen Konstellationen zwischen Exil, Befreiung und Migration entstehen können.

1965 studierte die spätere Black Power-Aktivistin Angela Davis bei dem Philosophen Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main. Dort schloss sie sich dem SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) an und nahm an verschiedenen Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg teil. Im Juni 1968 wurde sie Mitglied der Kommunistischen Partei der USA. Nach ihrer Inhaftierung in den Vereinigten Staaten wurden in der DDR, wie auch in anderen sozialistischen Ländern Osteuropas, mannigfaltige Solidaritäts-Kampagnen organisiert. Die »Angelamania«, wie es das TIME Magazine 1972 nannte, erinnerte an den Jubel Jugendlicher, als Davis nach der Haft am Flughafen Schönefeld oder bei den X. Weltfestspielen der Jugend 1973 zwischen DDR-Staatselite und Befreiungsbewegungen öffentlich auftrat.

In ihrer multimedialen Installation erinnert die in Halle geborene Künstlerin Elske Rosenfeld an die Dissidentin Erika Berthold, welche im Widerspruch zu den Claqueuren spontan Davis umarmte, um so die verklemmte Star-Bewunderung zu durchbrechen: Sozusagen »Völkerfreundschaft« gegen das Protokoll. Während sich die DDR als anti-rassistischer Staat profilierte und Davis zum Teil der eigenen Ikonografie machte, war Alltagsrassismus auch dort gegenwärtig. Rosenfelds Beitrag zur Dresdner Ausstellung »1 Million Rosen für Angela Davis« 2020/21 in der Kunsthalle im Lipsiusbau wird in der station urbaner kulturen in Kombination mit Fotografien aus der Reihe »Rote Fahne, DDR« (2011-2021) gezeigt: In Landschaften der Post-DDR inszenierte Stoffe, die nun auf Online-Plattformen zum Verkauf angeboten werden.

Elske Rosenfeld (*1974) forscht als Künstlerin und Autorin zum Verhältnis von Körper und Sprache in revolutionären Ereignissen, zur Geschichte von 1989/90 und zu Formen der Dissidenz. Ihre Arbeiten werden zeitgleich in der Ausstellung »… oder kann das weg? Fallstudien zur Nachwende« in der nGbK in Kreuzberg zu sehen sein. 2018 leitete sie gemeinsam mit Suza Husse/District Berlin das Projekt »Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition«.

Der 1946 in Oxford, England geborene Fotograf Akinbode Akinbiyi pendelt zwischen den Metropolen Berlin und Lagos und weit darüber hinaus. In Ibadan, Lancaster und Heidelberg studierte Akinbiyi Literaturwissenschaft und Anglistik. Seit Jahrzehnten lebt er als Fotograf und Kurator in Berlin und erhielt 2016 in Weimar die renommierte Goethe-Medaille.

Im Zuge seiner urbanen Wanderungen sind die analog aufgenommenen Straßenfotografien (Street Photography‹) zu vielfältigen Werkgruppen und Einzelbeobachtungen angewachsen. Diese Arbeiten wurden unter anderem auf der documenta 14 in Kassel und Athen (2017), dem Gropiusbau in Berlin (2020) sowie auf internationalen Festivals gezeigt. Für die Ausstellung in der station urbaner kulturen wird er seine Wege von der ehemaligen Stalinallee über seinen aktuellen Berliner Wohnort in der Frankfurter Allee bis nach Hellersdorf mit einer analogen Mittelformatkamera festhalten und in Beziehung zu anderen Städten der Welt setzen.

Durch die physische Verbindung beider künstlerischer Positionen bietet sich die Gelegenheit zur Reflexion: Was bedeutete internationalistische Geschichte in der DDR und in welchem Verhältnis steht es zu kosmopolitischen Projektionen im heutigen Deutschland? Aus welchen Reibungskonstellationen entstehen künstlerische Beiträge im neuen Deutschland und wie ist das längst schon diverse Alltagsleben am Rande der Stadt anzusehen?

 

nGbK-Projektgruppe station urbaner kulturenJuan Camilo Alfonso Angulo, Jochen Becker, Fabian Bovens, Eva Hertzsch, Margarete Kiss, Constanze Musterer, Adam Page

 

Die station urbaner kulturen / nGbK Hellersdorf ist Teil der Initiative Urbane Praxis.



Im Rahmen der DRAUSSENSTADT gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

 

Partnerin der Berlin Art Week

      

 

 

Publikation

  
ISBN:

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1Dienstag, 01 Dezember 2020Dienstag, 01. Dezember 2020
Besuch: Visit: station urbaner kulturen und Archiv
1Montag, 01 Februar 2021Montag, 01. Februar 2021
Forschung: Research project: Die Pampa lebt
27Freitag, 27 August 2021Freitag, 27. August 2021, 18:00 Uhr – 21:00 Uhr
Soft Opening: Soft Opening: Ausstellung »Gemeinsame Räume offenhalten«
18Samstag, 18 September 2021Samstag, 18. September 2021, 16:00 Uhr – 20:00 Uhr
Soft Opening: Soft Opening: Ausstellung
19Sonntag, 19 September 2021Sonntag, 19. September 2021, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Ausstellung: Exhibition: geöffnet zur Berlin Art Week