neue Gesellschaft
für bildende Kunst

POSTPONED

POSTPONED: Das (Post)koloniale: eine Herausforderung

Thursday, 20 May 2021, 18:00

Das (Post)koloniale: eine Herausforderung

Adress:Online
Open:
Language(s): German
Entry: free
Organized by: neue Gesellschaft für bildende Kunst
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Das (Post)koloniale: eine Herausforderung

Die Veranstaltung wird auf den 23. Juni verschoben.

 


nGbK-Lecture von Michaela Ott
Das (Post)koloniale: eine Herausforderung

Respondenz: N.N.
Moderation: Ingo Arend

 

Die postkoloniale Bewegung in Wissenschaft, Kultur und Politik hat offengelegt, dass die europäische Philosophie und Kunst keineswegs voraussetzungslos, sondern von politischen Herrschaftsansprüchen und kulturellen Kontexten mitgeprägt sind. Sie verraten sich durch historische Annahmen zur Person und ihrer Individualität, zu ästhetischen Konventionen von Kunstproduktion und -rezeption u.a.m. mitbedingt.

Denker_innen des globalen Südens fordern daher Anstrengungen zu ›delearning‹ und zu inkludierender Berücksichtigung ›anderer‹ künstlerischer Ausdrucksweisen und Selbstverständnisse – verlangen europäische Selbstkritik bis hin zum Engagement für Restitution (Felwine Sarr) und Repair (Kader Attia).

Die Versuche zur Umorientierung schlagen allerdings in entgegengesetzte Richtungen aus: Die Forderung, indigene Äußerungen zu integrieren, stößt auf die Ablehnung von Identitätskonstrukten wie ›Afrikanität‹ oder ›Negritude‹. Dokumentarisch-fiktionale »figurations of Black representation« wettstreiten mit Verfahren transkultureller Hybridisierung. Kulturelle Abgrenzung trifft auf Philosophien der Entgrenzung, genialische Individualisierung auf ästhetische Teilhabe und kollektive Dividuation.

Schon der Terminus des (Post)Kolonialen verrät, dass Kolonisierung nicht aufhört, sondern bloß anders wird. Wie also weiterdenken in diesem wild widerstreitenden Feld?

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